Training und Coaching für Resilienz und Gesundheitsmanagement

Gesundheitsmanagement – psychische Gefährdungsbeurteilung

Die Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Belastung steigen stetig – innerhalb eines Jahres um 11,5% (DAK-Bericht 2015)! Die psychischen Erkrankungen rangieren nun auf Platz 2 aller Arbeitsausfälle. Dies bedeutet für die Unternehmen eine enorme finanzielle Belastung, schlägt doch ein Burnout-Fall mit über 30 Tagen Fehlzeit zu Buche. Ganz zu schweigen vom Phänomen des „Präsentismus“ – der Mitarbeiter geht noch zur Arbeit, obwohl er eigentlich schon krank ist. Immerhin macht dies 72% der Krankheitskosten aus. Das allein ist schon alarmierend genug, sich um die psychische Gesundheit der Mitarbeiter Gedanken zu machen und Prävention zu betreiben. (Mehr zu den Quellen? Klicken Sie hier!)

Gesetzliche Verpflichtung

Doch auch der Gesetzgeber hat auf diese unschöne Entwicklung reagiert: Seit Oktober 2013 ist ein neues Arbeitsschutzgesetz in Kraft, das alle Unternehmen unabhängig von der Anzahl ihrer Mitarbeiter verpflichtet, sich der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter anzunehmen. Eine regelmäßige Evaluierung der psychischen Gefährdung, die Dokumentation derselben, sowie die Ergreifung von erforderlichen Maßnahmen und deren Dokumentation sind seither Pflicht.

Führungskräftetraining

Studien und Veröffentlichungen  zeigen, dass die Kompetenzen der Führungskräfte der Dreh- und Angelpunkt sind, wenn es um die psychische Belastung der Mitarbeiter geht.

Um genau herauszufiltern, wo es in betroffenen Unternehmen brennt, steht zu Beginn eine genaue Analyse der Situation. Aus dieser Analyse heraus wird eine passgenaue Maßnahme entwickelt. Diese Maßnahme wird nach einem vereinbarten Zeitraum evaluiert – um die Wirkung der Maßnahme zu überprüfen und dem Gesetz genüge zu tun.

Die Erfahrung lehrt, dass diese Maßnahme ein Führungskräftetraining  zur gesundheitsfördernden Führung beinhaltet.

Wie sieht dies konkret in einem Unternehmen aus?

Natürlich variiert der Ablauf von Unternehmen zu Unternehmen – die Ausgangslage ist oft sehr unterschiedlich. Ich beschreibe Ihnen einen Standard-Ablauf, wie er – natürlich modifiziert – sich in meiner Arbeit häufig gestaltet. Ich wähle hier die Variante, dass es sich um ein Unternehmen handelt, in dem noch kein betriebliches Gesundheitsmanagement etabliert ist und sich die Zahl der Arbeitsausfälle mehren.

Analyse des Bedarfs

Am Anfang steht immer eine Analyse der derzeitigen Situation und die Ermittlung des genauen Bedarfs. Für die Bedarfsermittlung wird in einem Kickoff die Geschäftsführung, das Management, die Personalentwicklungsstelle und der Betriebsrat einbezogen. Dies ist sehr wichtig, damit alle, die die Maßnahmen unterstützen, verwirklichen und umsetzen müssen, im Boot sind.

Belastungsanalyse der MitarbeiterCoaching2

Im Anschluss daran wird mittels des Work Performance Indicators (WPi) eine Analyse durchgeführt, in welchen Abteilungen die psychische Belastung der Mitarbeiter besonders hoch ist. Dies geschieht durch eine kurze Online-Befragung, die nur wenige Minuten dauert und die voll anonymisiert ist, sodass keine Antwort einem Mitarbeiter zugeordnet werden kann. Trotz der Kürze des Tests ist die Analyse des WPi sehr aussagekräftig. Es wird deutlich, bei welchen Themen (Führung, Team, Inhalte, Umfang,…) die Belastung besonders hoch ist und wie die zeitliche Komponente dabei ist – ist die Belastung dauerhaft, nur sporadisch etc.

Passgenaue Maßnahme

Aus den Ergebnissen dieser Analyse heraus wird dann die genaue Maßnahme zugeschnitten. In der Regel ist ein Teil dieser Maßnahme das Führungskräfte-Training „gesundheitsfördernde Führung“. Dieses Training umfasst neun Führungskompetenzen und der Schwerpunkt wird dabei auf die Kompetenzen gelegt, die sich in der Analyse als besonders wichtig gezeigt haben. In diesem Führungskräftetraining geht es nicht darum, den Führungskräften zu zeigen, wie Führung geht, sondern um den Focus auf die Gesundheitsförderung dabei.

Erlebnis-Format

Häufig wähle ich hierzu das Erlebnis-Format „Kochen und Führen“. Gerade bei Führungskräften, die in der Theorie und durch Schulungen bereits viel Input über Führungskompetenzen erhalten haben, eignet sich dieses Erlebnis-Format sehr, die Themen herauszukitzeln, bei denen noch Entwicklungsmöglichkeiten und –bedarf besteht  – wenn die Kompensation durch den ungewohnten Rahmen wegfällt. Am Ende dieses Trainings hat jede/r Teilnehmer/in für sich eine verbindliche Liste erarbeitet mit genau den Themen, an denen er etwas verändern möchte und hat dafür einen exakten Fahrplan für die Umsetzung festgelegt. In diesem Fall handelt es sich um ein Inhouse – Seminar, sodass die Teilnehmer gemeinsam auch einen Leitfaden der gesundheitsfördernden Führungskultur festlegen. Die Dauer des Führungskräftetrainings beträgt 2 Tage, wobei der erste Tag in einem Kochstudio stattfindet, der zweite Tag dann in einem Seminarraum.

Die Führungskraft als Coach

Nun gibt es Unternehmen, bei denen ergibt sich aus der Belastungsanalyse der Mitarbeiter, dass es nicht bei den konkreten neun Führungskompetenzen hakt, sondern  an einer inhaltlichen Überforderung, an einer Belastung durch zu großen Arbeitsumfang oder an anderen persönlicher Schwierigkeiten von Seiten der Mitarbeiter. In diesem Falle besteht die Maßnahme dann zum einen aus einem Führungskräfte-Kompakttraining „die Führungskraft als Coach“, in denen die Führungskräfte innerhalb von sechs Stunden lernen, wie sie ihre Mitarbeiter gut begleiten können und sich eine Kultur entwickelt, in der der Druck am Arbeitsplatz schwindet und zum anderen aus Maßnahmen für die betroffenen Mitarbeiter. Diese können aus einem Training zum eigenverantwortlichen Umgang mit Leistungsgrenzen oder auch aus einem Coachingangebot für die betroffenen Mitarbeiter bestehen.

Evaluation

Nach einer vorher festgelegten Frist gibt es dann eine Evaluation. Das WPi wird noch einmal durchgeführt, sodass man schriftlich vorliegen hat, was sich durch die Maßnahme bereits verändert hat und wo evtl noch einmal eine Unterstützung notwendig ist.

Mit diesem Ablauf ist nicht nur eine nachhaltige Verbesserung der psychischen Gesundheit der Mitarbeiter gewährleistet sondern auch die gesetzliche Verpflichtung der Unternehmen zur Fürsorge für die psychische Gesundheit der Mitarbeiter erfüllt. Für diese gesetzliche Vorgabe muss die Evaluation sowie die Maßnahme dokumentiert werden, was mit Hilfe eines Handbuchs, das beim WPi integriert ist, geschieht.

Corporate Health Management als Gesamtpaket

Sollte es sich um ein größeres Unternehmen handeln bzw um ein Unternehmen, das Unterstützung darin sucht, ein betriebliches Gesundheitsmanagement neu zu etablieren, so binde ich meine Partner von der Michl Group mit ein – mit den Experten aus diesem Team können wir  auch Seminare für die Mitarbeiter zur Verantwortung gegenüber  ihren eigenen Leistungsgrenzen oder zur eigenen Potenzialentwicklung,  Entspannungskurse, Yoga, Qi Gong, Meditation oder Ernährungsberatung anbieten. (Mehr dazu erfahren Sie hier: Betriebliche Gesundheitsförderung_Michl Group_Broschüre)

Fördermöglichkeit

Für kleinere Unternehmen (bis 250 Mitarbeiter) gibt es die Möglichkeit, einen Teil der Honorarkosten über die EU-Förderung UnternehmensWert: Mensch erstattet zu bekommen. Ich bin dort als Prozessberaterin zertifiziert und unterstütze Sie gerne bei dieser Förderung.