Training und Coaching für Resilienz und Gesundheitsmanagement

Gesetzeslage

Nachdem über viele Jahre die Krankheitsausfälle aufgrund psychischer Belastung stetig gestiegen sind, bis sie nun im Gesundheitsreport von 2015 der DAK den zweithöchsten Rang erklommen haben, hat der Gesetzgeber reagiert und seit Oktober 2013 ist ein verändertes Arbeitsschutzgesetz in Kraft. (ArbSchG §§4,5,6)

Durch dieses Gesetz sind alle Unternehmen ab einem einzigen Mitarbeiter verpflichtet, die psychische Gefährdung der Mitarbeiter regelmäßig zu evaluieren, dies zu dokumentieren, gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen, diese wiederum zu dokumentieren und den ganzen Prozess wieder zu evaluieren.

Das Gesetz geht zurück auf die „Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union“ aus dem Jahre 2007. Bereits hier wird die Wichtigkeit der Verhältnisprävention im Vergleich zur Verhaltensprävention in Unternehmen betont, Die Beteiligung der Mitarbeiter, die systematische Durchführung der Maßnahmen sowie die Verankerung von Gesundheitszielen in der Personalpolitik.

Im Wortlaut klingt die Neufassung des Arbeitsschutzgesetzes §§4,5,6 so:

§ 4 Allgemeine Grundsätze

Der Arbeitgeber hat bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes von folgenden allgemeinen Grundsätzen auszugehen:

 

1.

Die Arbeit ist so zu gestalten, daß eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird;

 

2.

Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen;

 

3.

bei den Maßnahmen sind der Stand von Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu berücksichtigen;

 

4.

Maßnahmen sind mit dem Ziel zu planen, Technik, Arbeitsorganisation, sonstige Arbeitsbedingungen, soziale Beziehungen und Einfluß der Umwelt auf den Arbeitsplatz sachgerecht zu verknüpfen;

 

5.

individuelle Schutzmaßnahmen sind nachrangig zu anderen Maßnahmen;

 

6.

spezielle Gefahren für besonders schutzbedürftige Beschäftigtengruppen sind zu berücksichtigen;

 

7.

den Beschäftigten sind geeignete Anweisungen zu erteilen;

 

8.

mittelbar oder unmittelbar geschlechtsspezifisch wirkende Regelungen sind nur zulässig, wenn dies aus biologischen Gründen zwingend geboten ist.

§ 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen

(1) Der Arbeitgeber hat durch eine Beurteilung der für die Beschäftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gefährdung zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind.

(2) Der Arbeitgeber hat die Beurteilung je nach Art der Tätigkeiten vorzunehmen. Bei gleichartigen Arbeitsbedingungen ist die Beurteilung eines Arbeitsplatzes oder einer Tätigkeit ausreichend.

(3) Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch

 

1.

die Gestaltung und die Einrichtung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes,

 

2.

physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,

 

3.

die Gestaltung, die Auswahl und den Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie den Umgang damit,

 

4.

die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,

 

5.

unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten,

 

6.

psychische Belastungen bei der Arbeit.

§ 6 Dokumentation

(1) Der Arbeitgeber muß über die je nach Art der Tätigkeiten und der Zahl der Beschäftigten erforderlichen Unterlagen verfügen, aus denen das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die von ihm festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und das Ergebnis ihrer Überprüfung ersichtlich sind. Bei gleichartiger Gefährdungssituation ist es ausreichend, wenn die Unterlagen zusammengefaßte Angaben enthalten.

(2) Unfälle in seinem Betrieb, bei denen ein Beschäftigter getötet oder so verletzt wird, daß er stirbt oder für mehr als drei Tage völlig oder teilweise arbeits- oder dienstunfähig wird, hat der Arbeitgeber zu erfassen.